Festungen

Von 1907 an, als Präventation einer bevorstehenden militärischen Auseinandersetzung mit Italien an der Südlinie des Reiches, begannen die Österreich-Ungarn mit dem Bau zahlreicher Festungen an den strategischen Punkten des Trentino. Und so wurden auf den Hochebenen von Folgaria, Lavarone, Luserna im Sole-Tal und im Valsugana uneinnehmbare Festungen und das Beste, was die Baukunst zu dieser Zeit anzubieten hatte, errichtet. Überall kann man Schützengräben, Stellungen, Tunnel, Drähte und Barrikaden finden. Heute sind diese Festungen von den zahlreichen Wäldern eingeschlossen und Ziel verschiedener interessanter Ausflüge und sie sind zu einem wichtigen Element des Tourismus geworden. Sie bereichern das Angebot eines Urlaubs, der für die Gäste einen Ausgleich zwischen Erholung, Natur und Kultur bieten kann.

FESTUNGSWERK VON TENNA (608m)

Es befindet sich auf dem Hügel von Tenna, der den Levicosee und den Caldonazzosee trennt. Es wurde zwischen 1880 und 1882 konstruiert. Mit dem nordöstlich gelegenen Festungswerk Colle delle Benne bildete es, laut dem üblichen österreichischen Militärschema, den Zangenschluss des Valsugana. Auf diese Weise gelang es, die Ebene Richtung Caldonazzo zu überwachen. Vom diesem Festungswerk aus konnte man sogar den Zugang der Straße, die nach Monterovere führt, kontrollieren. Sie stellte außerdem die Verbindung zu den Festungen in Lavarone und auf der Hochebene von Vezzena dar und sie diente des weiteren als Verknüpfung zwischen der Festung Pizzo und dem Oberkommando in Trient.

Die Befestigung schied 1931 aus dem Militärbesitz aus. Sie besteht aus einem Gebäude in viereckigem Grundriss, realisiert mit Steinen, die in einer Grube im Orco-Tal auf dem Hügel von Tenna gewonnen worden: man transportierte sie zuerst auf Booten am Ufer des Levicosees entlang und dann mit einer Seilbahn. Das Gebäude verfügt über 2 Etagen: im Erdgeschoss befindet sich die Küche und im 1. Geschoss die Zimmer. An der Vorderseite kann man noch die 4 Säulen von einer elliptischen Form sehen. Sie waren 7m hoch.

Waffen:
88 Kannonen von 120mm M.80 in den Kasematten auf 2 Batterien platziert, 2 Haubitzen von 100mm M.5 in gepanzerten drehbaren Panzertürmen.

Privatbesitz

Fläche der befestigten Zone:
18.107 mq

Zugang:
Das Festungswerk ist vom Ort Tenna aus zu erreichen, ausgehend vom S. Rocco-Platz, entlang der Via Roma und der Via S. Valentino.

FESTUNGSWERK COLLE DELLE BENE (660m)

Es steht auf der Spitze des gleichnamigen Hügels, der den Levicosee überragt, ca. 2km vom Zentrum Levicos entfernt. Es wird auch Festung San Biagio genannt und wurde zwischen 1880 und 1882 konstruiert.
Als Zwillingswerk des Festungswerkes Tenna, was auf dem Hügel, der den See vom Südhang aus beherrscht steht, dient es als Beobachtungspunkt und Depot und das v.a. wegen seiner der anderen Festung gegenüber zurückgesetzten Form. Die Eisenstruktur des gesamten Werkes wurde in den 30er Jahren demontiert und 1931 ging 13.10.1933 für 3000 Lire vom Militärbesitz an die Gemeinde Levico über.
Der Grundriss des Gebäudes ist vieleckig. Seine Nordseite ist mit einer Verstärkung mit einem gepanzerten Außenkörper versehen. Der Innenraum folgt den Linien der österreichischen Befestigungen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es verfügt über Schützengräben, zu denen Pfade führen, die dann weiter in das unzugängliche Gelände der Berge verlaufen und bis zur Festung Busa Granda (1500m) reichen.

Waffen:
4 Kanonen von 120mm M.80 in den Kasematten (Schießscharten mit kleinsten Öffnungen); 2 Haubitzen von 100mm M.5 in drehbaren Panzertürmen.

Besitz der Gemeinde Levico Terme.

Oberfläche der befestigten Zone:
20.765 mq, sedimentäre Oberfläche 240 qm

Zugang:
das Festungswerk erreicht man vom Ortskern Levicos aus. Zuerst läuft man die S. Biagio-Straße entlang, dann gehen Sie rechts den Feldweg hinauf bis zum Hügel delle Benne, auf dem die Festung steht.

WERK GSCHWENT (1177m)

Es ist einer der am besten befestigten Komplexe, typisch für die Militärarchitektur- und Technik des Österreichisch-Ungarischen Reiches. Es wurde zwischen 1907-1914 gebaut und hatte die Hauptaufgabe das Astico-Tal zu bewachen. Das Motto, mit dem sich die Festung schmückte hieß “Für Trient reiche ich” , was bedeutete das es die Satdt allein vor der italienischen Gefahr verteidigen wollte.
Zur Zeit dient die Befestigung als Museum und man kann sie in den Sommermonaten, Eintritt bezahlend, besichtigen. Dabei besteht die Möglichkeit, die in den Felsen geschlagenen unterirdischen Gänge zu durchlaufen, die von der Artillerie genutzt wurden. Im Erdeschoss befinden sich die Räume, die für die Stromversorgung und die Telefonverbindung, die Wasserreserven, die Benzinvorräte, die Munition und die Leichenhalle zur Verfügung standen. Mittels einer Treppe kommt man in die oberen Etagen, wo sich die Unterkünfte der Offiziere und der Truppe befinden. In der Festung kann man Kriegsfundstücke und Dokumente besichtigen. In den langen Korridoren und in einigen Nebenräumen findet man außerdem eine Fotoausstellung über den Krieg und die Festung.

Waffen:
3 Haubitzen von 100mm M.9, 2 von 60mm und 22 Maschinengewehre.

Eigentümer: Gemeinde Levico Terme.

Fläche der befestigten Zone:
1015,74 Ar mit den 10 Panzerstellplätzen. Sedimantäre Fläche: 40.000qm.

Zugang:
man erreicht die Festung ausgehend von Cappella, einer Fraktion von Lavarone. Man geht die Provinzstraße 216 Richtung Longhi und hält sich an der Abzweigung links und geht die Exmilitärstraße entlang.

[panel title="FESTUNGSWERK SPITZE VERLE 1908m"]

Wegen seiner strategischen Position wurde es auch das “Auge der Hochebene” genannt und stellte in der Tat einen wichtigen Beobachtungspunkt der Artillerie dar. Von hier aus kontrollierte man den Südhang Richtung Asiago und den Nordhang Richtung Valsugana, bis zum Zangenschluss, den die Festungen von Tenna und Delle Benne bildeten und der den Zugang nach Trient blockierte. Es befindet sich auf dem Gipfel des Berges Pizzo di Levico oder Cima Vezzena genannt. Es wurde zwischen 1907 und 1915 direkt am Abgrund gebaut und mit leichter Artillerie und Maschinengewehren zur Selbstverteidigung ausgestattet. Mit Monterovere, dem Sitz des Militärkommandos bestand immer eine Telefonverbindung. Seit Kriegsbeginn war es intensiven Bombardierungen ausgesetzt.

1933 kaufte es die Gemeinde Levico. Derzeit weckt es großes Interesse und das v.a. wegen seiner Position auf dem Gipfel und des herrlichen Panoramas. 1950 hat der SAT ein Metallkreuz aufgestellt, das man auch vom Tal aus sehr gut sehen kann. Das Festungswerk ist ein Gebäude aus Zement und Eisenbeton, im Original auf 3 Etagen, ausgestattet mit unterirdischen Gängen und verzinnten Zellen für die Munition. Es ist von einem Graben umgeben, der die Form eines Hufeisens einnimmt und ca. 5m tief und bis zu 8m breit ist.

Waffen:
1 Kanone von 80mm M9 und 5 Maschinengewehre

Eigentümer: Gemeinde Levico

Oberfläche der befestigten Zone:
1.002,30 Ar

Zugang:
die Festung kann man vom Vezzena-Pass aus erreichen, wobei man an der Festung Busa Verle vorbeiläuft und so auf die ehemalige Militärstraße kommt, die zur Vezzena-Spitze führt. Die Straße ist nur zu Fuß zurückzulegen. Dauer: 2 Stunden

FESTUNGSWERK VERLE 1554m

Zwischen 1907 und 1914 konstruiert, steht es fast an der Grenze zwischen den Provinzen Trient und Vicenza auf der Hochebene von Vezzena, zwischen den Almen Busa Verle und Cima Verle. Zusammen mit dem Festungswerk von Lusern und Belvedere in Lavarone, bildete es den am weitesten vorgerückten Verteidigungsring an der Grenze zwischen dem Österreichisch-Ungarischen Reich und dem Königreich Italien und blockierte außerdem die Straße nach Asiago. Nach intensiven Bombardierungen in den ersten Kriegsmonaten, wurde es ab Mai 1916, mit Beginn der Strafexpedition und einer Deplatzierung der Front nach Südost, zum Aufenthaltsort und Beobachtungspunkt der Verbindungslinien.
In den 30er Jahren wurde das verwertbare Eisen demontiert und das Objekt, zusammen mit der Festung des Pizzo am 28.12.1933 für 2600 Lire an die Gemeinde Levico verkauft. Das gewonnene Eisen und der Stahl wurden an einen Fond zur Unterstützung Süditaliens veräußert. Die Festung verläuft in einer einzigen Linie über 4 Höhen und passt sich so an die Kurven und Hügel des Geländes an. Auf jeder Höhenstufe befinden sich 2 Etagen. Es verfügte über 4 drehbare Panzerkreuze und unterirdische Gänge, die die verschiedenen Bereiche verbanden. Die italienische Artillerie bombardierte das Objekt sehr intensiv und es wurde oft von Truppen der alpinen Infanterie überfallen.

Waffen:
4 Haubitzen von 100mm M.9, 2 Kanonen von 120mm M.9, 4 Kanonen von 60mm M.10 als frontales Bollwerk und 15 Maschinengewehre. Von hier aus verschoss man mehr als 20 000 Projektile gegen die italienische Front.

Eigentümer: Gemeinde Levico Terme.

Befestigte Fläche::
208,58 Ar.

Zugang:
das Festungswerk ist vom Vezzena-Pass aus zugänglich. Es liegt an der Straße, die zur Spitze – Vezzena führt. Die Straße ist nur zu Fuß zurückzulegen.

Wir empfehlen außerdem eine Besichtigung folgender Festungswerke:

- FESTUNGSWERK LUSÉRN ODER CIMA CAMPO (1550m) Gemeinde Luserna
- FESTUNGSWERK CHERLE (1445m) Ortsteil San Sebastiano – Gemeinde Folgaria
- FESTUNGSWERK DOSSO DELLE SOMME (1670m) Dosso del Sommo Ortsteil
Serrada Gemeinde Folgaria
- FESTUNGSWERK SOMMO ALTO (1613m) Dosso del Sommo Alto
Ortsteil Francolini Gemeinde Folgaria

Im Gebiet der Hochebene kann man darüber hinaus die Militärfriedhöfe in Folgaria, Lavarone Slaghenaufi e Luserna Castalto, die Beobachtungsstationen auf dem Berg Rust-Horst, die Zentrale des Taktikoberbefehls, das Krankenhaus und den Militärfriedhof Cherle und die Herrschertreppe besichtigen.